beat silence beat // Kritiken
Uraufführung von Anna Konjetzkys neuestem Wurf in den Kammerspielen
Tanznetz // München, 23/06/2026 // Autor: VESNA MLAKAR
Die ganz und gar nicht harmlose, sondern überaus lebhafte Produktion „beat silence beat“ macht Klang zu Tanz und Körper zu Instrumenten.
Sergej Maingardt hat für das Tänzersextett einen rhythmischen Sound komponiert, den die – trotz Hitze – konditionell bestens aufgelegten und enorm reaktionsfreudigen Akteure via Bodenkontakt, was gut zu verfolgen ist, bald durch ihre gesamten Körper pulsieren lassen.
Die Senkrechte der anfangs nah beisammenstehenden Leiber gerät durch Gewichtsverlagerungen, die auf die Musik getaktet sind, ins Schwanken. Köpfe werden impulsiv zur Seite gedreht, Schultern verschoben. Langsam kommt die gesamte Gruppe ins Schwingen. Der Klang verändert sich. Knie schnellen in die Höhe. Aufstampfen bzw. das behutsame, forsche, überraschte, mal wilde und mal zögerliche Wiederabsetzen der Fußsohlen wird in dieser höchst motorischen Produktion, die allein schon durchs Zusehen ansteckend wirkt, zum stetig wiederkehrenden Leitmotiv.
Man kann in Anna Konjetzky eine Provokateurin sehen, der es um Werte geht. Egal, ob ihre choreografischen Arbeiten radikal-explosiv sind wie ihre Recherche zum Komplex „Wut“ oder zurückgenommener in der Wahl der Ausdrucksmittel. Letzteres ist bei „beat silence beat“ der Fall. Auch hier gelingt es ihr – ausgehend von an sich klaren musikalischen, physischen bzw. emotionalen Phänomenen –, Prozesse des Nachdenkens in Gang zu setzen. Ihr Mittel dazu: feinst inszenierte Körperlichkeit. Schlicht und einfach wirkungsvoll.