Presse

und weil er sich dreht, kehrt der Wind zurück

Reise nach Jeruslem

SZ 19.1.2013
Florian Welle

Anna Konjetzkys tänzerische Darstellung der Stadt überzeugt im Sound

München - 2011 war Anna Konjetzky als Stipendiatin in Jerusalem. Der Aufenthalt in der Metropole mit ihrem prekären politischen Status und den Einwohnern unterschiedlicher Religionen und Kulturen hat die Tänzerin und Choreografin nachhaltig fasziniert. So sehr, dass sie uns in ihrer jüngsten Tanz-Installation ‘Und weil er sich dreht, kehrt der Wind zurück’ auf eine Stadtführung mitnimmt.
Die Muffathalle ist an den Rändern zugestellt mit schwarzen Wänden und weißen Leinwänden, nur die Mitte hat Konjetzky freigelassen. Dort steht oder geht man wie auf einem Marktplatz herum und schaut nach allen Seiten hin auf einen verwinkelten Parcours aus engen Zugängen, kleinen Nischen und Fensterdurchbrüchen. Sie sollen die Altstadt mit ihrem jüdischen, christlichen, muslimischen und armenischen Vierteln versinnbildlichen, vereinzelt unterstützt durch eingespielte Videos oder gezielt angeleuchtete Fotos. Wir sehen einen Markt, Tore, die Klagemauer. Zunächst ist es dunkel, dann gleißt mal in der einen, dann in einer anderen Ecke Licht auf und durchschneidet den Raum wie scharfe Schranken. Schließlich verschwindet es wieder - Symbol für den Alltag in der heiligen Stadt, das Mit- und Gegeneinander von Juden, Christen und Muslimen.

Das fragile Zusammenleben ist auch beherrschendes Thema der Choreografie. Sieben Tänzer und Tänzerinnen prallen in wechselnden Gruppenkonstellationen aufeinander, ziehen sich an, stoßen sich ab. Fallen und stehen wieder auf.

Veröffentlicht am 19.01.2013, Süddeutsche Zeitung, Autor Florian Welle

Produktion

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