Presse

und weil er sich dreht, kehrt der Wind zurück


16. Januar 2013, B5 aktuell Kulturnachrichten
Markus Mayer

Zu Beginn stehen die Besucher vor einer mobilen Absperrung, wie sie üblich ist in Israel. Sie sehen drei Frauen und vier Männer in dunkler Straßen-kleidung, sieben Tänzer, die sich in einem von Stellwänden begrenzten Raum bewegen. Sie gehen, stolpern und berühren sich kurz. Immer wieder jedoch zucken ihre Leiber unerklärlich. Spannungen fahren wie Blitze durch die Körper. Bald werden die Absperrungen weggeräumt: Das Publikum betritt den Bühnenraum und begibt sich auf eine Führung durch ein imaginäres Jerusalem.

Man sieht: Orthodoxe, Christen, Moslems und Militärs. Beten als Körpersprache. Eine Frau, die an einem Pranger steht. Besucher, die den Tänzern mehrfach aus-weichen, ihren Platz selbst finden müssen. Immerzu Handlungen, Körper in Räumen und auf der Fläche: Tohuwabohu. Im Schlussbild schaukelt ein nach unten gedrehter Scheinwerfer Licht über die auf dem Boden liegenden Tänzer. Anna Konjetzkys In-stallation verblüfft: Moderner Tanz als erstaunlich intelligentes Medium, das im Stande ist, komplexe Erfahrungen und widersprüchliche Emotionen widerzugeben.

Veröffentlicht am 16.01.2013, B5 aktuell Kulturnachrichten, Autor Markus Mayer

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